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Multitasking ist schlecht für das Arbeitsgedächtnis


multitaskingMultitasking ist an sich eine sehr nützliche Fähigkeit. Diese Fähigkeit wird bekannterweise eher dem weiblichen Geschlecht zugewiesen.

Aus dem Englischen übersetzt bedeutet der Begriff, dass man mehrere Dinge gleichzeitig erledigt bzw. erledigen will oder erledigen kann. Und wir alle, egal ob Männlein oder Weiblein, „multitasken“ ständig bzw. versuchen es.

Während wir mit Freunden telefonieren, bereiten wir schon mal das Abendessen zu. Während wir duschen, putzen wir uns die Zähne und versuchen dann auch noch den tollen Song mitzusingen, der gerade im Radio läuft. Während wir versuchen, beim Wocheneinkauf an alles zu denken, müssen wir noch den quengelnden Nachwuchs beruhigen, der unbedingt ein Überraschungs-Ei haben möchte.

Multitasking und komplexen Aufgaben

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zunächst das Multitasking vom Ausführen von komplexen Aufgaben unterscheiden. Bei komplexen Aufgaben benötigt es mehrere Schritte bzw. Handlungsabläufe, um EIN bestimmtes Ziel zu erreichen. Autofahren zählt zu den komplexen Aufgaben. Sie wollen ein Ziel erreichen und haben unterwegs verschiedene Aufgaben zu „lösen“ (blinken, bremsen, schalten, auf die Umgebung und andere Verkehrsteilnehmer achten etc.). Wenn Sie nun aber während des Fahrens noch ein Telefonat erledigen, handelt es sich um Multitasking. Denn das Telefonat verfolgt ein ganz anderes Ziel, z. B. das nächste Treffen mit Freunden zu planen.

Multitasking überfordert das Arbeitsgedächtnis

Unser Arbeitsgedächtnis (engl.: „working memory“) ist dafür zuständig, Informationen von außen aufzunehmen und diese zu verarbeiten. Sehen wir z. B. eine rote Ampel, entscheidet das Arbeitsgedächtnis, dass diese Information wichtig ist. Also greift es auf Erfahrungswerte zurück, weiß aus der Vergangenheit, dass wir nun bremsen müssen, und sendet den entsprechenden Brems-Befehl an unser „motorisches Hirn“. Wir bremsen.

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Multitasking Umfrageergebnisse

An dieser Stelle möchte ich Ihnen ein paar ganz interessante Umfrageergebnisse nicht vorenthalten:

  • 11% der Befragten geben an, dass durch Handynutzung am Steuer bereits Fahrfehler stattgefunden hätten.
  • 5% seien durch die Handynutzung in eine kritische Situation geraten.
  • 25% geben zu, schon mal eine grüne Ampel zu spät gesehen zu haben.
  • 12% seien schon mal von der Fahrbahn abgekommen.
  • 10% bemerkten Bremsvorgänge des Wagens vor ihnen (zu) spät.
  • 10% hätten Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht wahrgenommen.

Schaut man sich die Prozentzahlen an, scheinen sie zunächst gar nicht so hoch. Bedenkt man nun aber, dass für jeden zehnten Verkehrsunfall ein abgelenkter Fahrer verantwortlich ist, wendet sich das Blatt.

Welche Formen der Ablenkung gibt es?

Die Ablenkung wird im Straßenverkehr in drei Formen unterteilt:

  1. Mentale Ablenkung: zwar blickt der Fahrer geradeaus auf die Fahrbahn und bei aufkommenden Gefahren werden diese auch visuell erkannt, jedoch nicht verarbeitet, sodass keine Reaktion auf das Gesehene folgt. Diese Form der Ablenkung tritt bei Telefonaten auf, aber auch bei starken Gefühlen oder wenn sich der Fahrer in seinen Gedanken verliert.
  2. Visuelle Ablenkung: der Fahrer blickt nicht auf die Straße, sondern bspw. ein interessantes Gebäude am Straßenrand oder das Smartphone.
  3. Motorische Ablenkung: zwar sind Blick und Konzentration auf der Fahrbahn, jedoch ist der Fahrer in Gefahrensituationen nicht in der Lage, rechtzeitig zu reagieren, da er motorisch gerade mit etwas anderem beschäftigt ist (z. B. essen).

 

 

 

Das Problem an der Sache mit dem Multitasking ist, dass unser Gehirn nicht in der Lage ist, gleichzeitig mehrere Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Zugegeben, manches Arbeitsgedächtnis ist ziemlich schnell darin, unterschiedliche Tätigkeiten nacheinander auszuführen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Nacheinander, nicht gleichzeitig. Probieren Sie es doch beim nächsten Kochen des Abendessens mal aus: versuchen Sie, Ihr Gericht zu würzen und gleichzeitig den Wetterbericht auf Ihrem Smartphone abzurufen. Wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind und nicht schummeln, werden Sie folgendes feststellen: Ihre volle Aufmerksamkeit können Sie nur einer Sache widmen. Vielleicht landet einiges des Gewürzes neben dem Topf oder Sie benutzen einfach zu viel. Oder aber Sie wissen nun, wie das Wetter in Timbuktu ist, anstatt an Ihrem Wohnort. Dafür schmeckt dann aber wenigstens das Essen.

Wie wird Gehirn überfordert?

Multitasking gibt es also im eigentlichen Sinne überhaupt nicht. Sondern nur etwas sehr ähnliches. Ist unser Arbeitsgedächtnis gut im Training, ist es in der Lage, ziemlich schnell nacheinander verschiedene Dinge zu tun. Es ist quasi sehr flexibel und kann sich schnell auf neue und andere Informationen umstellen. Das Problem an der Sache ist jedoch, dass beim Multitasken eigentlich das genaue Gegenteil von dem eintritt, was wir erreichen wollen. In der schnelllebigen Zeit von heute wollen wir möglichst viele Dinge möglichst schnell erledigen. Damit ist unser Gehirn jedoch überfordert, da das „umdenken“ an ein anderes Ziel ja auch wieder Zeit frisst. Es handelt sich zwar nur um kurze Augenblicke, aber die Zeit, die für das Aufnehmen und Verarbeiten von Informationen benötigt wird, verlängert sich dadurch. Oder aber es geschehen Fehler, die nicht passieren würden, wenn wir uns konzentriert einer Sache widmen.

Und wenn es – wie so oft – eher die anderen Menschen sind, die zu viel von Ihnen erwarten: zeigen Sie ihnen doch einfach mal diesen Artikel.




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