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Gehirntraining: Höherer IQ dank Frühstücksqualität


Was hat Frühstück mit der geistigen Leistungsfähigkeit oder der Intelligenz zu tun? Wer nicht frühstückt, leistet in den folgenden Stunden geistig weniger. Wie sich das bemerkbar macht? „Nichtfrühstücker“ sind vergleichsweise weniger bei der Sache, unengagiert und freudlos, reduzierter in der Informationsverarbeitung, unbeweglich im Kopf und unkonzentriert. Das belegen Studien über Schulkinder, Studenten, Berufstätige unterschiedlicher Sparten und Senioren. Die Studie zeigt auch, dass der flüssige IQ sich bei vernünftigem Frühstücken steigern lässt.
Nur frühstücken alleine reicht nicht!

Richtige Auswahl ist entscheidend

Um sich mit allem verfügbaren Engagement bis an die Grenzen der eigenen mentalen Leistungsfähigkeit einzubringen, genügt dies aber nicht. Denn zusätzlich kommt es auf die Qualität des Frühstücks an. Dies konnte Prof. Dr. Günter Eissing von der Technischen Universität Dortmund durch eine Studie über 188 Schüler aus zwei Realschulen belegen. In jeder Schule nahmen vier achte Klassen teil (Alter ca. 15 Jahre), von denen jeweils zwei als Versuchsklassen und zwei als Kontrollklassen(Placebo) dienten.

Die Kontrollschüler aßen so, wie sie es gewohnt waren. Sie nahmen daheim sowie in der Schulpause ein Frühstück ein oder auch nicht. Auch den Versuchsklassen war freigestellt, was sie daheim einnahmen. Aber sie erhielten zusätzlich zwei Wochen lang in der ersten großen Pause ein Schulfrühstück. Für sie wurde ein Frühstücksbuffet mit einer reichhaltigen Auswahl bereitgestellt. Das Angebot enthielt Lebensmittel der vier Lebensmittelgruppen des im Bild dargestellten Frühstückskreises (s. Bild). Die Schüler sollten daraus ihr Frühstück selber zusammenstellen.

Frühstückskreis
Die beim Frühstück eingenommenen Lebensmittel waren nach jedem der vier Segmente mit jeweils 0 bis 2 Punkten zu beurteilen. Z.B. waren beim Segment „Brot, Getreide“ für Backwaren mit hohem Fett- und Zuckeranteil 0 Punkte zu vergeben. Bei Vollkornprodukten oder Schwarzbrot gab es 2 Punkte. Über alle vier Segmente konnten somit insgesamt 0 bis 8 Qualitätspunkte erreicht werden.
Die flüssige Intelligenz bzw. Arbeitsgedächtnis-Kapazität (siehe auch Arbeitsgedächtnis) wurde mit dem bekannten Kurztest KAI der GfG (Gesellschaft für Gehirntraining) gemessen. Der computerisierte Test ist kostenlos als App unter dem Namen LIE-KAI-Test erhältlich.

Arbeitsspeicher Kapazität und IQ: Anstieg mit der Qualität des Frühstücks

Im Laufe der Testphase wählten die Schüler der Versuchsklassen ein qualitativ zunehmend hochwertigeres Frühstück aus. Entsprechend stiegen die Arbeitsspeicherkapazitäten durchschnittlich um 15 Punkte und somit die (fluide) Intelligenz um mind. 5 IQ-Punkte. Diese Erhöhungen waren statistisch signifikant, während sich bei den Kontrollgruppen im gleichen Zeitraum keine Veränderungen ergaben. Dabei ergab sich eine einfache Korrelation: Je höher die Frühstücksqualität, gemessen mit dem Frühstückskreis, desto größer die Arbeitsspeicherkapazität bzw. der (fluide) IQ.

Es liegt natürlich auf der Hand, wenn anschließend Arbeitsgedächtnis-Training bzw. Gehirntraining betrieben werden, erhöht sich der flüssige IQ noch signifikant weiter. Auch das wird im Moment in einem gross angelegten Versuch der Fernuni Hagen getestet. An diesem Versuch kann jeder kostenlos teilnehmen, der die Leistungsfähigkeit seines Gehirns überprüfen möchte. Interessierte Teilnehmer können sich hier anmelden. Jeder Absolvent erhält eine kostenlose halbjährige Mitgliedschaft eines bekannten Gehirntrainings-Anbieters.

Fazit: Mit einfachen Mitteln lässt sich die Qualität des Frühstücks bestimmen. Anzupeilen sind acht Punkte auf dem Frühstückskreis. Wer sie erreicht, hat von der Ernährungsseite viel dafür getan, sich in den nächsten Minuten und Stunden mit anspruchsvollen geistigen Aufgaben in Schule, Beruf oder Alltag auseinandersetzen zu können. Wer dies täglich macht, steigert sich auf Dauer zusätzlich. Denn es ist zu erwarten, dass sich das Gehirn nach und nach so umstrukturiert, dass komplexere Herausforderungen bewältigt werden können. Weitere Infos: Neuronalfit.ch

Artikelbild: © Helene Souza / pixelio.de

 




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